• Große Vermarkter zeigen weiter kein Interesse an DAB+-Programmen
    Die beiden großen deutschen Vermarkter RMS und AS&S zeigen weiter kein Interesse an einer für die Hörfunkanbieter existenziell wichtigen Aufnahme von DAB+ only Programmen in bundesweite Werbekombis. Das wurde auf einem Panel der Veranstaltung "DAB+ im Dialog" in Berlin deutlich. Argumentierten früher die Werbeunternehmen noch damit, dass keine Zahlen vorlägen, so gibt es jetzt eine andere Begründung: "Die Programme erfüllen die Kriterien in unserem Aufnahmekatalog nicht", so Ludger Lausberg, Geschäftsführer der BRmedia AG, der für den Vermarkter AS&S (ARD Werbung) sprach. Inzwischen werden bundesweite DAB+ Programme wie Absolut Relax oder Schlagerparadies in der Media Analyse ausgewiesen, weitere Zahlen liefert die DAB+-Reichweitenstudie.

    Die Vermarkter würden sich genau anschauen, ob ein Programm in eine bundesweite Kombi passe. Regionale und lokale Sender seien für die Media-Planer interessanter als bundesweit agierende Programme. Ausnahme sei Klassik Radio wegen seiner attraktiven, kaufkräftigen Zielgruppe. Lausberg kündigte zwar eine erneute Überprüfung im Sommer an, wenn die Ergebnisse der DAB+-Reichweitenstudie erstmals in die Media Analyse Audio einfließen. Die Hürden für eine Aufnahme in bundesweite Kombis blieben aber unverändert hoch.

    Lausberg erntete für seine Argumentation viel Kritik von Teilnehmern der Veranstaltung. Es sei geradezu absurd, dass die ARD-Anstalten einerseits die Privatradios zum Aufspringen auf den DAB+-Zug bewegen wöllten, während die eigene Werbetochter andererseits die Vermarktung blockiere.

    Einige Vertreter von Radiosendern und aus der Medienpolitik kündigten zudem eine kartellrechtliche Prüfung der Vermarktersttrukturen in Deutschland an. Der Bereich bundesweite Vermarktung wird von den beiden Unternehmen RMS und AS&S dominiert.

    Als kleinerer Vermarkter ist auch Studio Gong aktiv. Deren Marketingleiter Andreas Lang verwies auf gute Erfahrungen mit der Vermarktung von DAB+ Programmen. Die bundesweite Kombi erreiche inzwischen relevante Hörerzahlen und lokale sowie regionale DAB+-Angebote würden die Gesamtreichweite der regionalen Werbekombis erhöhen.


    Fri, 15. Mar 2019




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