• VAUNET bestätigt auf Mitgliederversammlung Verbandsspitzen
    Im Rahmen der gestrigen Mitgliederversammlung des VAUNET – Verband Privater Medien in Berlin haben die Mitgliedsunternehmen ihre Verbandsspitze einstimmig bestätigt. Claus Grewenig, Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutschland, wurde als Vorstandsvorsitzender des Verbandes wiedergewählt.

    Im Fachbereich Radio & Audiodienste wird die bisherige Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Dr. Nina Gerhardt, CEO RTL Radio Deutschland, zukünftig als Fachbereichsvorsitzende amtieren, der bisherige Fachbereichsvorsitzende Marco Maier, CEO der FFH MEDIENGRUPPE, als ihr Stellvertreter. Dieser Wechsel wurde vollzogen, nachdem Marco Maier nach sechs Jahren als Vorsitzender nicht mehr erneut für das Amt kandidierte.

    Dr. Michael Müller, Chief Officer Regulatory Affairs, External & Governmental Relations, ProSiebenSat.1 Media, führt weiterhin als Vorsitzender den Fachbereich TV und Multimedia. Sein Stellvertreter bleibt unverändert Sebastian Kocks, Ressortleiter Medienrecht im Bereich Medienpolitik bei RTL Deutschland.
    Das Amt des Schatzmeisters des Verbandes wird zukünftig Matthias Heinze, SVP Commercial & Managing Director GSA bei Warner Bros. Discovery, innehaben. Er folgt in dieser Funktion Kristina Freymuth, RTL Deutschland/Sky, die das Amt seit vier Jahren innehatte und nicht mehr kandidierte.

    Claus Grewenig: „Ich bedanke mich für das Vertrauen der Mitglieder und freue mich auf die künftige Zusammenarbeit mit allen neu gewählten und bestätigten Kolleginnen und Kollegen der Vorstände. Mein besonderer Dank gilt Marco Maier für seinen langjährigen Einsatz für die Belange des Radios im Verband sowie Kristina Freymuth als verlässlicher Schatzmeisterin. Beide bleiben dem Verband mit ihrer Expertise erhalten.“

    Im Rahmen der Mitgliederversammlung diskutierten die Mitglieder des VAUNET die aktuellen medienpolitischen und regulatorischen Entwicklungen, unter anderem mit Dr. Jan Ole Püschel, Leiter der Abteilung Medien beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), als Gast.

    Dr. Jan Ole Püschel: „Für eine starke und resiliente Demokratie brauchen wir eine unabhängige und vielfältige Medienlandschaft. Die privaten Medien sind hierbei unverzichtbar - die Refinanzierung ihrer Angebote durch faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten ist daher weiter unsere Aufgabe, national und europäisch."

    Vorstandsvorsitzender Claus Grewenig betonte: „Die wesentlichen medienpolitischen Herausforderungen sind auf Bundes-, Länder- und EU-Ebene erkannt – jetzt kommt es auf Tempo und Konsequenz bei der Umsetzung an. Private Medien brauchen faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Handlungsspielraum: für Investitionen, für Kooperationen sowie im Wettbewerb mit globalen Big Tech-Plattformen. Bei Filmförderung und KI darf die Regulierung nicht zu neuen Belastungen führen, im Wettbewerbs- und Medienrecht müssen bestehende Benachteiligungen privater Anbieter endlich abgebaut werden. Entscheidend ist, dass die politischen Ziele jetzt konsequent eingehalten und schnell umgesetzt werden.“

    Dr. Nina Gerhardt betonte für den Fachbereich Radio & Audiodienste: „Radio und Audio brauchen eine Regulierung, die den Besonderheiten dieses Marktes und seiner Refinanzierung Rechnung trägt – von der terrestrischen Verbreitung bis zu neuen digitalen Plattformen. Gerade dort ist es entscheidend, dass private Radio- und Webradioangebote auf Benutzeroberflächen, in Audiosystemen und im Auto leicht und diskriminierungsfrei auffindbar bleiben. Gleichzeitig brauchen wir im dualen System faire Wettbewerbsbedingungen: Der Reformstaatsvertrag der Länder muss auch im Hörfunk konsequent umgesetzt werden und kommerzielle Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dürfen nicht zulasten privater Anbieter ausgeweitet werden. Nur so können wir unsere starke und vielfältige private Radiolandschaft erhalten.“

    Für TV und Multimedia sagte Dr. Michael Müller: „Privater Rundfunk ist das Gegengewicht zu Tech-Monopolen: Echte Menschen senden für Menschen – keine Klick-Bots. Wer echten Journalismus und damit Orientierung statt algorithmischer Dauerbeschallung sucht, der schaltet uns ein. Gerade in Zeiten, in denen Algorithmen großer Plattformen zunehmend bestimmen, welche Inhalte sichtbar werden, sind unabhängige und professionell arbeitende Medien wichtiger denn je. Sie prüfen Fakten, ordnen Informationen ein und sorgen dafür, dass unterschiedliche Perspektiven Gehör finden. Der Digitale Medien-Staatsvertrag und die anstehende Novelle der AVMD-Richtlinie bieten die Chance, überholte Beschränkungen abzubauen und die Refinanzierungsbedingungen privater TV-Anbieter im Wettbewerb mit weit weniger regulierten Plattformen zu verbessern.“

    Die VAUNET-Mitgliederversammlung warnte zudem davor, dass auf europäischer Ebene verstärkt verbraucherschutzpolitisch getriebene Rechtsakte und Rechtsprechung insbesondere ihre online-basierten und Abo-Geschäftsmodelle gefährden. Beispielhaft seien die Digital-Omnibus-Verordnung, der angekündigte Digital Fairness Act und das EuGH-Urteil zum Widerruf von digitalen Inhalten bzw. Dienstleistungen zu nennen. www.vau.net


    Wed, 23. Sep 2026




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