• Rheinland-Pfalz: Regionale, private DAB+-Muxe lassen weiter auf sich warten
    Die Versammlung der Medienanstalt Rheinland-Pfalz hatte auf ihrer Sitzung am 19. September 2022 überraschend beschlossen, die damalige Ausschreibung zur "Durchführung eines Versuchs mit DAB+: Rheinland-Pfalz regional" aufzuheben. Die Ausschreibung verlangte unter anderem die "Übertragung von Warnhinweisen" im Rahmen des DAB+-Versuchs. Im Nachgang zur Flutkatastrophe im Ahrtal und deren Aufarbeitung sei deutlich geworden, welche hohe Bedeutung einer modernen Warninfrastruktur beizumessen ist.

    Obwohl nun über drei weitere Jahre vergangen sind, gibt es immer noch keine rein privaten, regionalen DAB+-Multiplexe in Rheinland-Pfalz. Ob sich daran in naher Zukunft etwas ändern wird, ist aber offen. Auf Anfrage von SatelliFax hält sich die Medienanstalt sehr bedeckt:

    "Die Medienanstalt RLP hat die Verbreitungssituation der rheinland-pfälzischen regionalen und lokalen Hörfunkprogramme fortdauernd im Blick", sagt Dr. Jörg Ukrow, stellvertretender Direktor. Relevant sei hierbei auch im Kontext der innerstaatlichen und internationalen Entwicklungstendenzenen bei DAB+, dass die Programmverbreitung über UKW für Veranstalter noch immer essentiell ist.

    "Eine Verbreitung via DAB+ macht die kostenintensive UKW-Verbreitung vor diesem Hintergrund nicht obsolet, so dass sie mindestens zunächst mehr Kosten verursacht als durch zusätzliche Hörer via DAB+ aufgewogen wird", so Dr. Ukrow.

    Zudem existiere in Rheinland-Pfalz bislang abgesehen vom Multiplex Bad Kreuznach keine technische Infrastruktur zur DAB+-Verbreitung regionaler Hörfunkangebote. "Die Einrichtung eines entsprechenden Angebots geht daher, auch mit Blick auf topographische Bedingungen von Rheinland-Pfalz, nicht unbeträchtlichen Investitionen einher".

    Die Medienanstalt RLP erarbeite hierzu, auch unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen im dualen Rundfunksystem, eine Lösung, die den Interessen von Programmanbietern, Telemedienanbietern und etwaiger Plattformanbietern entgegenkomme und deren Wirtschaftlichkeit realistisch darstellbar sei. Hierbei beziehe sie sowohl die Ergebnisse einer Umfrage unter dem benannten Adressatenkreis als auch die eines Runden Tisches zur Hörfunkversorgung ein, der vergangenen Herbst in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz stattfand.

    Zu konkreten Diskussionsständen und Zeiträumen wollte die Medienananstalt allerdings keine weitere Auskunft erteilen.


    Tue, 10. Feb 2026




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