• Deutschlandfunk: Podcast über prominenten Missbrauchsfall in der katholischen Kirche
    Die Dlf-Doku-Serie "Heilsverbrechen" erzählt von einem der aktuell prominentesten Missbrauchsskandale im Vatikan und von einer Opfergruppe, die die römisch-katholische Kirche lange nicht beachtet hat: Ordensfrauen. Ein Skandal, mit dem sich sogar Papst Franziskus persönlich beschäftigt haben soll. Der sechsteilige Podcast zeichnet nach, wie wenig die katholische Kirche über Jahrzehnte in diesem Fall unternommen hat – und zeigt, wie die Betroffenen kämpfen: für Gerechtigkeit, Anerkennung und Heilung.

    Seine Mosaike zieren die wichtigsten Kirchen der Welt: Marko Ivan Rupnik. Außerhalb der kirchlichen Kreise ist er nahezu unbekannt, doch seine Mosaike sind in einigen der bedeutendsten Kirchen der Welt zu sehen: am Wallfahrtsort Lourdes oder im National Shrine in Washington DC und selbst in einer Privatkapelle des Papstes. Aber dieser strahlende Kunststar, Theologe und Jesuit hat ein dunkles Geheimnis: Mehrere Frauen werfen Rupnik vor, sie sexuell und spirituell missbraucht und ihnen körperliche Gewalt angetan zu haben. Laut Jesuitenorden sind 20 Ordensschwestern betroffen.

    Leidtragende erzählen, dass sie den mutmaßlichen Missbrauch schon früh an Kirchenvertreter gemeldet haben. Doch über Jahre geschieht nichts. Das ändert sich erst, als 2022 italienische Medien den Fall aufdecken: Es kommt heraus, dass Rupnik zwischenzeitlich sogar exkommuniziert wurde und zwei mutmaßlich betroffene Frauen gehen mit einer spektakulären Pressekonferenz an die Öffentlichkeit. Jetzt, im Frühjahr 2026, läuft im Vatikan ein geheimer Prozess gegen Rupnik – hinter verschlossenen Türen, weder Pressevertreter noch die Ordensfrauen erfahren, wofür Rupnik eigentlich angeklagt ist oder wie das Verfahren verläuft.

    In Deutschland ist der Fall bislang nur in Fachkreisen bekannt. Mehrere Ordensschwestern erzählen nun zum ersten Mal deutschen Medien ihre Geschichte. Dafür ist das Autoren-Team nach Slowenien, Portugal, Frankreich und Rom gereist. Es dokumentiert, wie die Ordensfrauen Rupnik als charismatischen Priester und Künstler kennenlernen, von seinen Reden und Predigten fasziniert sind und sich der von ihm in Slowenien gegründeten katholischen Frauengemeinschaft anschließen, der Loyola-Gemeinschaft. Doch als Teil der Gemeinschaft treffen sie auf die bedrohliche Seite des väterlichen Seelsorgers. Außerdem kommen Weggefährten von Rupnik und von Papst Franziskus zu Wort.

    Die Geschichte von Rupnik ist kein Einzelfall. Sie zeigt ein Muster: ein Mosaik des Missbrauchs. Der Podcast macht deutlich, wie einflussreiche Männer in der Kirche trotz jahrzehntelanger Missbrauchsvorwürfe aufsteigen können. Auf der anderen Seite: Betroffene, die ignoriert werden und deren Vorwürfe kein Gehör finden.

    „Heilsverbrechen – Der Fall Rupnik“

    Autoren-Team und Hosts: Luisa Meyer und Christopher Weingart. Sie haben die Geschichte zusammen mit Gabriele Knetsch recherchiert.

    Die Doku-Serie ist ab dem 4. Mai 2026 in der Deutschlandfunk App abrufbar. Auf allen bekannten Plattformen erscheint der Podcast im Feed von Dlf Doku Serien. Täglich erscheint eine Folge. www.deutschlandfunk.de


    Tue, 05. May 2026




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