• Hohe Verbreitungskosten: Deutsche Privatradios kämpfen ums Überleben
    Deutsche Privatradios kämpfen ums Überleben. "Es wird immer schlimmer. Wir sind jetzt an einem Punkt, wo die Werbeeinnahmen die Ausgaben unserer Privatsender kaum mehr decken", sagt Stefan Mölling, Geschäftsführer des Privatradiovermarkters RMS, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z).

    "Der Gesamtwerbemarkt ist in Deutschland in den letzten Jahren sogar netto gesunken, und der Anteil, der an die Plattformen geht, ist gleichzeitig gestiegen. Radio gewinnt zwar Marktanteile unter den klassischen Medien, aber der Kuchen ist insgesamt kleiner geworden." Erstmals hätten Plattformen wie Google, Facebook, Alibaba, Tiktok und Amazon 2025 die Hälfe der Ausgaben für Werbung bei sich verbuchen können.

    Das Radio sei zwar nach wie vor attraktiv, verfüge über ein insgesamt stabiles Reichweitenniveau und sei fester Bestandteil im täglichen Informations- und Unterhaltungsangebot der Menschen, sagt Mölling. Das Problem seien aber neben den rückläufigen Werbeeinnahmen vor allem die immens gestiegenen technischen Verbreitungskosten, die den kommerziellen Veranstaltern zu schaffen machten.

    Am klassischen, analogen UKW-Hörfunk wolle der Privatfunk unbedingt festhalten, da dieser nach wie vor den Großteil der Reichweite generiert. Es seien aber auch DAB+ und Streaming und auch die Ausgaben für die entsprechende Technik dazugekommen. Auf alles kann man nicht mehr verzichten.

    Damit befänden sich die privaten Radios nach Auffassung des Vermarktungschefs in einem Dilemma: Ein anderes erfolgreiches Geschäftsmodell, wie beispielsweise bei den Zeitungsverlagen über Digitalabos, gebe es nicht. "Wir verfügen nicht über ein zweites Standbein, sondern müssen auf zwei ‚Radiobeinen‘, mit der nationalen und regionalen Werbung, stehen. Wenn die Werbeeinnahmen nicht mehr ausreichen, hat das sowohl für die Programmqualität als auch für die Verbreitung Konsequenzen", sagt Mölling.


    Wed, 29. Apr 2026




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