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Rundfunkrat des rbb stellt Jahresabschluss 2024 fest
Der Rundfunkrat des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hat in seiner Sitzung am 27. November 2025 den Jahresabschluss 2024 festgestellt. Die Feststellung beruht auf einer Beschlussempfehlung des Verwaltungsrats, der sich zuvor eingehend mit dem Jahresabschluss beschäftigt hatte.
Dr. Wolfgang Krüger, Vorsitzender des rbb-Verwaltungsrates: "Der Verwaltungsrat hat die Fortschritte bei der Sanierung der Finanzen und der Sicherung der Liquidität ausdrücklich gewürdigt. Dennoch ist der Sender noch nicht über den Berg. Nach wie vor ist er, wenn auch mit erheblichen Verbesserungen, bilanziell überschuldet. Die Verbesserung des Jahresergebnisses ist zum großen Teil auf Einmaleffekte und günstige Umstände wie die Entwicklung der Zinsen und der Kapitalmärkte zurückzuführen. Auch wenn die internen Anstrengungen zur Reduzierung der Kosten einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, ist der rbb noch nicht nachhaltig aufgestellt. Wir wollen und müssen gemeinsam dafür sorgen, dass der rbb finanziellen Spielraum zum Ausbau und zur Gestaltung eines zukunftsfähigen Angebots gewinnt."
Christian Amsinck, Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses des rbb-Rundfunkrates: "Die deutliche Verbesserung im Erfolgsplan und bei der Liquiditätsentwicklung für den Jahresabschluss 2024 sind wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr finanzieller Stabilität beim rbb. Gleichwohl bleiben die Herausforderungen für die laufende Beitragsperiode 2025 bis 2028 groß. Durch die eingeleiteten Anpassungsmaßnahmen im Bereich Personal und im Sachkostenbereich wird der notwendige Konsolidierungskurs beim rbb fortgeführt und gleichzeitig Spielraum für Zukunftsinvestitionen geschaffen. Mit den noch ausstehenden Ergebnissen aus den Tarifverhandlungen, der Kostenentwicklung für die Altersversorgung und allgemeinen Kostensteigerungen stehen weiterhin erhebliche Risiken auf der Tageordnung. Oberstes Ziel bleibt die Sicherung der Zahlungs- und Zukunftsfähigkeit des rbb."
Mit dem Jahresabschluss 2024 weist der rbb im Erfolgsplan ein positives Ergebnis von 49,3 Mio. € aus. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Verbesserung um 21,7 Mio. €. Diese Verbesserung beruht maßgeblich auf einem deutlichen Entlastungseffekt in der Altersversorgung. Neben einem gestiegenen Rechnungszins für die Bewertung der Altersversorgungsrückstellungen wirken zusätzlich auch die zum 1.10.2024 sowie zum 1.10.2025 unterstellten Nullrunden für Gehalts- und Honorarempfänger entlastend auf das Aufwandsvolumen der Altersversorgung. Anders öffentlich kolportiert, gibt der rbb nicht mehr als zehn Prozent seiner Personalaufwendungen für die Altersversorgung jährlich aus. Gemessen am Gesamtaufwand des rbb entfallen auf die Altersversorgung etwas mehr als 3 Prozent jährlich.
Mit dem positiven Saldo verringert sich das negative Eigenkapital des rbb signifikant. Während der rbb 2023 noch ein negatives Eigenkapital von minus 63,3 Mio. € auswies, beträgt das – immer noch negative Eigenkapital Ende 2024 – noch minus 14 Mio. €. Die verfügbaren Finanzmittel betrugen zum Jahresende 79,5 Mio. € und übertreffen damit das erklärte Ziel des rbb, Ende 2024 mindestens 45 Mio. € an verfügbaren Finanzmitteln auszuweisen. Mit diesem Ergebnis hält der rbb Wort und erfüllt die bis zum Ende 2024 im Sender nachzuweisenden notwenigen Einsparungen vollständig.
Im Zuge der Einsparungen war es erforderlich geworden, die Investitionstätigkeit in den Jahren 2023 und 2024 deutlich abzusenken. 2024 betrug das Investitionsvolumen 10,6 Mio. €.
Nicole Küchler-Stahn, Verwaltungs-, Produktions- und Betriebsdirektorin: "Das Jahresergebnis 2024 zeigt: Der rbb hält Wort. Dazu gehört, dass die bereits 2023 und 2024 realisierten Einsparmaßnahmen den Haushalt des rbb ab 2025 dauerhaft um rund 20 Mio. € pro Jahr entlasten. Zwar bleibt die finanzielle Situation des rbb angespannt, wir sind aber zuversichtlich, mit dem nun eingeleiteten Konsolidierungsprozess, der sich an unserem Strategieprozess 'Zielbild 2028' ausrichtet, eine stabile gesamtwirtschaftliche Situation herzustellen."
Rundfunkrat des rbb stellt Wirtschaftsplan 2026 fest
Der rbb rechnet im kommenden Jahr mit Erträgen von 534,8 Mio. Euro und Aufwendungen von 530,9 Mio. Euro. Das ergibt einen Überschuss im Erfolgsplan von 3,9 Mio. Euro. Zum Ende des Wirtschaftsjahres 2026 erwartet der rbb einen Bestand verfügbarer Finanzmittel von 42,3 Mio. Euro. Mit diesem Betrag ist die Zahlungsfähigkeit des Senders gesichert. Das sind die Eckdaten des Wirtschaftsplans 2026, den der Rundfunkrat in seiner Sitzung am 27. November 2025 festgestellt hat.
Der Wirtschaftsplan 2026 enthält auch nachhaltige Einsparungen in Höhe von 19,2 Mio. Euro aus dem Konsolidierungsprozess – der sog. Strategischen Weichenstellung - der vergangenen Beitragsperiode, die 2024 endete.
Mit dem von der Intendantin Ulrike Demmer im Herbst 2023 initiierten Strategieprozess „Zielbild 2028“ wurde deutlich, dass weitere Konsolidierungsmaßnahmen im Sender erforderlich würden. Im Wirtschaftsplan sind aus diesem Grund pauschale Einsparungen in Höhe von 8,8 Mio. Euro eingeplant. Zum Zeitpunkt der Feststellung des Wirtschaftsplans durch den Rundfunkrat des rbb war diese Summe bereits durch konkrete und dauerhaft wirksame Einsparmaßnahmen hinterlegt.
Damit ist der Prozess der Konsolidierung noch nicht abgeschlossen. Weitere rund 13 Mio. Euro p. a. benötigt der rbb, um die digitale Erneuerung des gesamten Senders fortzuführen und in das Programm investieren zu können.
"Wir wissen, der Transformationsprozess des rbb ist in vollem Gange. Die Geschäftsleitung hat unter Beweis gestellt, dass Konsolidierung, auch wenn sie mit schmerzhaften Einschnitten verbunden ist, möglich ist. Der Sender braucht diese Konsolidierung, um Handlungsfreiheit für Investitionen und digitale Erneuerung zurückzugewinnen. Der neue Wirtschaftsplan setzt diesen Weg konsequent und solide fort und diese Erkenntnis stimmt den Rundfunkrat zuversichtlich. Es ist das letzte Mal, dass der Rundfunkrat einen entsprechenden Beschluss fasst - bevor diese Aufgabe an den neuen Verwaltungsrat übergeht", so die stellvertretende Vorsitzende des Rundfunkrats Elisabeth Herzog-von der Heide.
Prof. Nicole Küchler-Stahn, Direktorin für Verwaltung, Produktion und Betrieb: "Mit dem Wirtschaftsplan 2026 setzt der rbb ein klares Zeichen. Die Zahlungsfähigkeit des rbb ist wieder sichergestellt. Das strukturelle Defizit von 8,8 Mio. Euro p. a. ist mittlerweile gelöscht. Das Vertrauen des Rundfunkrats bestärkt uns, den eingeschlagenen Weg entschlossen weiterzugehen. Im weiteren Prozess der Konsolidierung senken wir den Etat des rbb ab, um diese Summe in die Zukunftsfähigkeit des Senders und seiner Programme reinvestieren zu können."
Analog zur Wirtschaftsplanung 2025 wurde auch für 2026 eine reguläre Investitionstätigkeit im rbb unterstellt, die auf die Erreichung der mit dem Zielbild 2028 verknüpften Ziele positiv einzahlt.
Die von der KEF im 24. Bericht empfohlene Beitragsanpassung zum 1. Januar 2025 auf 18,94 Euro ist in der Ertragsplanung des Wirtschaftsplans 2026 berücksichtigt. Mit dieser Vorgehensweise will der rbb seinem berechtigten Anspruch auf Beitragsanpassung zum 1. Januar 2025 weiterhin Ausdruck verleihen. Da die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in dieser Fragestellung noch aussteht, hat der rbb den Ertragseffekt aus der Beitragsanhebung durch eine Aufwandsposition im Erfolgsplan neutralisiert. www.rbb-online.de
Fri, 28. Nov 2025
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