• LMK stellt neue Positionierungsstudie Hörfunk vor
    Der Hörfunk steht verstärkt im Wettbewerb mit anderen Medien und muss sich mit seinem Programmangebot auf einem differenzierten Markt behaupten. Doch was wollen die Menschen im Land selbst im Radio hören? Welche Wünsche haben die Hörerinnen und Hörer an das Programm? Was sind ihre Gewohnheiten? Welche Altersgruppe findet welche Musik gut? Und natürlich stellt sich die spannende Frage zum Haupteinschaltgrund des Mediums Radio. Genau diesen Fragen ist das von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz beauftragte ifak-Institut in der neuen Positionierungsstudie Hörfunk nachgegangen.

    „Wir verstehen uns im besten Sinne als Dienstleister einer aktiven und vielfältigen Radiolandschaft in Rheinland-Pfalz“, betonte LMK-Direktor Dr. Marc Jan Eumann. „Kein Zweifel: Hörfunk ist nach wie vor ein nachgefragtes Medium. Um aber auch die künftigen Trends und Wünsche der Hörerinnen und Hörer zu kennen, braucht man Fakten, Zahlen und Erkenntnisse, die diese Studie liefert. Sie ist ein fundiertes Angebot an die Radiomacherinnen und Radiomacher im Lande.“

    Bereits zum zweiten Mal wurde die Positionierungsstudie durchgeführt und um Fragen zur Radionutzung der Zukunft ergänzt, beispielsweise: Wie sieht es mit der Nutzung von DAB+-Radiogeräten bei Ihnen aus? Verändert die Nutzung von Streamingangeboten Ihr Radionutzungsverhalten?

    Zur Ergebnispräsentation lud die LMK die privaten rheinland-pfälzischen Hörfunkveranstalter ein. Mehr als 20 Radiomacherinnen und Radiomacher aus dem ganzen Land diskutierten am heutigen Vormittag mit großem Interesse die neuesten Ergebnisse. Die Inhalte bereitete das ifak-Institut senderbezogen und praxisnah auf, so dass auch konkrete Tipps für die Programmgestaltung abgeleitet werden konnten.

    Am Nachmittag wurden dem Ausschuss für Jugendschutz und Medieninhalte sowie dem Rechts- und Zulassungsausschuss die Ergebnisse der Positionierungsstudie präsentiert. Für künftige Lizenzierungen im Bereich Hörfunk ist es hilfreich, die Wünsche und Bedürfnisse der Rheinland-Pfälzer zu kennen.

    Zum Hintergrund: In einer repräsentativen Onlinebefragung wurden die 14- bis 69-jährigen Radiohörerinnen und -hörer aus Rheinland-Pfalz befragt. Dabei wurden ihnen unter anderem 23 Musikmontagen aus den unterschiedlichsten Genres zur Bewertung vorgespielt. Anhand der Antworten konnten verschiedene Musiktypen identifiziert werden. Den zweiten Schwerpunkt der Befragung bildete das Themeninteresse der Hörerinnen und Hörer.

    Einige wichtige Erkenntnisse der Studie sind hier zusammengefasst:

    - Bei der Nutzung von Streamingdiensten steht das Musikhören über YouTube mit weitem Abstand auf Platz 1. 28 % der Befragten hören über diesen Dienst mehrmals täglich bzw. 1-2 Mal pro Woche Musik. Auf Platz 2 der meistgenutzten Streamingdienste steht Spotify (20 % mehrmals täglich bzw. 1-2 Mal pro Woche), gefolgt von Amazon Prime Music (15 % mehrmals täglich bzw. 1-2 Mal pro Woche).

    - Die Mehrzahl der Nutzer von Streamingdiensten gibt an, dass sich ihr Radionutzungsverhalten hierdurch nicht verändert hat.

    - Die Hälfte der befragten Rheinland-Pfälzer weiß, was DAB+ ist. Gering sind die Angaben über den Besitz eines DAB+-Gerätes: Nur 17 % bejahen diesen und 19 % wissen nicht, ob sie ein solches Gerät besitzen.

    - Die beliebteste Musikrichtung der Rheinland-Pfälzer insgesamt ist der Latin Style, gefolgt von Contemporary Pop und 80s Rock.

    - Die jungen Radiohörer (14-29 Jahre) lehnen Musik aus den Richtungen Klassik, moderne Schlager und 80s Deutsch-Pop eher ab. Klassik wird auch bei den 30-49-Jährigen und den 50-59-Jährigen eher abgelehnt.

    - Die Befragten 50 bis 69-Jährigen bewerten die Musik der 60s, 70s und 90s überdurchschnittlich gut.

    - Die wichtigsten Programmbestandteile sind Musik (91 %), gefolgt von Nachrichten und den Servicemeldungen wie Verkehr und Wetter. Beiträge rund um soziale Netzwerke haben hingegen eine sehr geringe Relevanz.

    - Bei den Themeninteressen werden Meldungen zu Katastrophen und Unglücke als besonders wichtig wahrgenommen, genauso wie Meldungen zur Politik. Für absolut verzichtbar halten die meisten Befragten aktuelle Meldungen zu Computerspielen oder Apps (54 %), wobei die 14-29-Jährigen ein deutlich größeres Interesse an dem Thema zeigen als die älteren Befragten.

    - Weitere Themen, die je nach Alter auf unterschiedliches Interesse stoßen, sind: lokale Politik aus der Region, schwere Straftaten und Themen zu Schule, Ausbildung und Universität.

    - Der Bereich Sport polarisiert je nach Geschlecht: Männer interessieren sich mehr für Berichte aus diesem Themengebiet als Frauen.

    Eine ausführliche Darstellung der Untersuchungsergebnisse sowie weitere Details können Sie dem Ergebnisbericht entnehmen, der im Rahmen der Studienreihe der LMK online veröffentlicht ist (https://www.lmk-online.de/aktuelles/publikationen/studienreihe.html).


    Wed, 16. May 2018




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