• R├╝ckblick: 8. Hamburger Mediensymposium von MA HSH, Hans-Bredow-Institut und Handelskammer Hamburg
    Die positiven Potenziale von Big Data und Algorithmen f├╝r Medienunternehmen und Journalismus waren Thema des 8. Hamburger Mediensymposiums von Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH), Hans-Bredow-Institut f├╝r Medienforschung und Handelskammer Hamburg. ├ťber 250 Experten diskutierten gestern unter dem Titel ÔÇ×K├╝nstliche Intelligenz statt menschlicher Dummheit? Wie die Digitalisierung ├Âffentliche Kommunikation ver├ĄndertÔÇť dar├╝ber, wie Big Data und Algorithmen f├╝r das kommunikative Gemeinwohl eingesetzt werden k├Ânnen.

    Adrian Ulrich, Gesch├Ąftsf├╝hrer der Handelskammer Hamburg, Bereichsleiter Innovation und Umwelt, hob in seiner Begr├╝├čung hervor: ÔÇ×Das individualisierte Ausspielen von Informationen und die Verwebung redaktioneller Inhalte, pers├Ânlicher Nachrichten und Meinungen in den sozialen Medien hat das medien├Âkonomische und das gesellschaftliche ├ľkosystem in Bewegung gebracht und stellt Unternehmen wie B├╝rger vor gro├če Herausforderungen. Hamburg ist die Stadt der traditionellen und der neuen Medien und darum der richtige Ort, Fragen zu stellen, die die Zukunft der Medien und das Informationsverhalten der Menschen betreffen.ÔÇť

    Thomas Fuchs, Direktor der MA HSH, betonte in seiner Begr├╝├čung: ÔÇ×Da, wo durch Algorithmisierung Meinungsbildung im besonderen Ma├če beeinflusst wird, muss es ein gesetzlich vorgegebenes Regelwerk geben, das Beh├Ârden erm├Âglicht, auch hier die Einhaltung von Transparenzregeln und Diskriminierungsverboten zu ├╝berpr├╝fen.ÔÇť Die Betonung der Verantwortung von Plattformen f├╝r die Inhalte, die sie verbreiten oder zu denen sie hinf├╝hren, gehe einher mit der Schaffung von Durchsetzungsmechanismen und Aufsichtsstrukturen. ÔÇ×Die Medienanstalten sind aufgefordert, sich dieser Aufgabe anzunehmen.ÔÇť

    Dr. Carsten Brosda, Senator f├╝r Kultur und Medien, hob in seiner medienpolitischen Einordnung die gro├čen M├Âglichkeiten von k├╝nstlicher Intelligenz und Digitalisierung hervor: ÔÇ×Die neuen technologischen Infrastrukturen erm├Âglichen eine ganz neue Freiheit und oft ├╝berhaupt erst die Verwirklichung von Kommunikationsgrundrechten. Jeder Nutzer kann selbst Inhalte produzieren und so eine ├ľffentlichkeit erreichen. Es ist die Aufgabe des Gesetzgebers, die grunds├Ątzlichen Prinzipien der Kommunikationsordnung f├╝r alle Institutionen, die gesellschaftliche ├ľffentlichkeit und Kommunikation gew├Ąhrleisten, festzulegen. Dann wird die Analyse und Diskussion des rechtlich Zul├Ąssigen sehr viel schlanker.ÔÇť

    Der Direktor des Hans-Bredow-Instituts, Prof. Dr. Wolfgang Schulz, erl├Ąuterte in seiner Einf├╝hrung, dass eine aktuelle Kooperation des Instituts mit dem Fachbereich Informatik der Universit├Ąt Hamburg und mit der TU Hamburg gerade an positiven Nutzungsm├Âglichkeiten von Algorithmen arbeite. ÔÇ×Die Forschung beginnt, sich mit den Problemen von algorithmischem Entscheiden zu befassen. Dazu geh├Ârt die Frage, ob es die viel zitierten Echo-Kammern ├╝berhaupt gibt. Doch es gilt, auch die Potenziale auszuloten, wie etwa Technik Journalisten helfen kann, Nutzerkommentare auszuwerten.ÔÇť

    Einen Einblick in die praktische Umsetzung dessen gaben Prof. Dr. Walid Maalej (Universit├Ąt Hamburg) und PD Dr. Wiebke Loosen (Hans-Bredow-Institut) mit der Vorstellung des SCAN-Projekts, einem gemeinsam entwickelten Software-Tool, das Journalisten bei der Auswertung von Nutzerkommentaren helfen soll. Tiefe und anschauliche Einblicke in die Funktionalit├Ąt von Algorithmen gab anschlie├čend Dr. Sybille Schupp von der TU Hamburg. Sie erl├Ąuterte zudem, wie Algorithmen Policies unterst├╝tzen k├Ânnen, etwa bei der Umsetzung von Datenschutzrichtlinien mittels Privacy by Design.

    Im zweiten Teil des Symposiums wandte sich Prof. Dr. Frank Lobigs von der TU Dortmund medien├Âkonomischen Fragen zu. Er stellte fest, dass das alte Werbemodell journalistischer Medien nicht mehr funktioniere, journalistische Medien wandelten sich zunehmend zu Digitalagenturen. Zudem w├╝rden ├Âkonomische Mechanismen den Qualit├Ątsjournalismus durch Inhalte wie Fake News, Hate Speech und (politisches) Content Marketing gef├Ąhrden.

    Abschlie├čend diskutierten Karla Paul, Verlagsleiterin von Edel Elements | edel&electric, Erik Laser, Chief Digital Officer der Warner Music Group Central Europe und Sven Ossenbr├╝ggen, Managing Director bei XYRALITY den Einsatz von Datenanalyse, also die Auswertung von Markt- und Kundendaten, in ihren Unternehmen. Dieser sei Voraussetzung f├╝r die Weiterentwicklung der Gesch├Ąftsmodelle ihrer Unternehmen. www.ma-hsh.de


    Fri, 16. Jun 2017




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